5 typische Fehler beim Logodesign – und wie du sie vermeidest

Fehler beim Logo Design vermeiden

Logo (aus griechisch Lógos, Lehre, Wort, Rede, Sinn) steht für: Logo (Zeichen), ein grafisch gestaltetes Zeichen zur Kennzeichnung eines Unternehmens, einer Organisation, Veranstaltung u. ä.

Das Logo ist das Herz der Unternehmenskommunikation. Die Aufgaben des Logos sind weitaus mehr, als nur für einen Wiedererkennungseffekt zu sorgen. Es soll vor allem von Konkurrenzunternehmen abgrenzen und zur Differenzierung beitragen, beziehungsweise die Differenzierung nach außen kommunizieren. Im Idealfall verbindet es das Alleinstellungsmerkmal, die Werte und die Markenpositionierung eines Unternehmens. Sofern ein Logo das nicht schafft, kann es schwierig werden die potenziellen Kunden von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Es gibt zahlreiche Fehler, die beim Logo Design gemacht werden können. Die 5 größten Fehler, die beim Logo Design gemacht werden können, findest du hier.

Jeder Logo Design Prozess beginnt mit einer Skizze

A LOGO IS RARELY A DESCRIPTION OF A BUSINESS. THE PURPOSE OF A LOGO IS TO IDENTIFY AND DIFFERENTIATE A BUSINESS.

– PAUL RAND

1. Ohne Plan starten

Schon bei der Anfertigung des Businessplans stellen sich dem Gründer eine ganze Reihe von Fragen:

  • Was ist mein USP (Unique Selling Proposition) bzw. Alleinstellungsmerkmal?
  • Wie sieht meine Zielgruppe aus?
  • Wofür soll mein Unternehmen / meine Marke stehen?
  • Wie sieht der Markt aus?
  • Wie positioniere ich mich im Markt?

Ein guter Logo Designer, den du für die Erstellung deines Logos beauftragen, wird Ihnen genau dieselben Fragen stellen, meistens in Form eines Design Briefs. Das ist eine Briefing, das dem Gestalter hilft dein Business zu verstehen. Auf dieser Grundlage wird er sich dann an die Arbeit machen und erste Entwürfe entwickeln. Im Erscheinungsbild des Unternehmens sollten alle Antworten auf diese Fragen auf den Punkt gebracht werden. Professionelle Logo Designer sind daher immer den ambitionierten Freunden vorzuziehen, denn du willst nicht missverstanden werden und wenig zufriedenstellende Ergebnisse erhalten. Der worst-case ist, dass deine Kunden dich aufgrund des Logos als unprofessionell oder unseriös wahrnehmen.

2. Stock-Logos aus dem Internet

Ein Logo muss nicht viel Kosten, es gibt doch genug Vorlagen im Netz die nur noch angepasst werden müssen: Unternehmensname darunter, jetzt noch die Farbe geändert und fertig ist das Logo. Mehr als fünf Euro und fünf Minuten hat’s nicht gebraucht. Dieser, sehr wirtschaftliche, Ansatz ist leider wenig zielführend. Ein Logo Design ist weitaus mehr als nur ein hübsches Symbol und darunter der Unternehmensname in einer Standard Schriftart. Wer sich so nach außen präsentieren will, darf sich nicht beschweren, wenn ihn seine Kunden nicht ernst nehmen und den Auftrag lieber an die Konkurrenz geben.

Ein klassisches Beispiel für ein Stock-Logo mit nichtssagendem Design

Leider sind Stock-Logos weit verbreitet und stehen mit ihrem nichtssagendem Design für wenig Professionalität. Was soll eine Standard Vorlage schon über ein Unternehmen aussagen? Wie unterscheidet es sich von all den anderen Standard Logos? Wenig bis gar nicht.

Das Logo eines Unternehmens findet in vielen Bereichen Anwendung: Sei es die Visitenkarte, das Briefpapier, die Website, Unternehmensfahrzeugen oder auf Der Kleidung der Mitarbeiter. Wer hier an den falschen Enden spart, wird es früher oder später bereuen, doch dann kann es schon zu spät sein. Wenn erstmal tausende Visitenkarten gedruckt sind und dann das Design geändert wird, sind die Kosten meist wesentlich höher – daher sollte dein Logo immer eine Kreation mit „persönlicher Handschrift“ sein.

3. Logo Design kopieren oder imitieren

„Gut kopiert ist besser, als teuer erfunden.“

Mit diesem Zitat ist einiges gesagt. Doch Originalität übertrumpft jede Kopie. Logos von bekannten und etablierten Brands genießen einen hohen Wiedererkennungswert und sollten allein aus diesen Gründen schon nicht kopiert oder imitiert werden. Was bringt Designer und Unternehmer dazu, Logo Designs abzukupfern, also was sind ihre Beweggründe? Der naheliegendste Grund ist wohl Zeit- und / oder Budgetmangel. Kreativität braucht häufig eine gewisse Vorlaufzeit: Der Designer muss das Unternehmen verstehen, die Zielgruppe kennen, über die Werte des Unternehmens Bescheid wissen u. v. m. Das braucht Zeit, die wiederum bezahlt werden muss. Ein Trugschluss ist, zu glauben, dass lediglich die handwerkliche Leistung, also die grafische Umsetzung, entlohnt werden muss. Da sind wir auch schon beim zweiten Grund, dem Budget. Nach dem Brainstorming, der Skizzen-Erstellung und der Entwurfsfertigung beginnt die eigentliche Arbeit – das Gestalten des endgültigen Logos. Was nach dem Prozess noch zu Buche schlägt, ist die Nutzung des Logos. Wird es national oder international Anwendung finden? Ist die Nutzung zeitlich begrenzt oder unbegrenzt?

All diese Punkte fließen in die Kalkulation des Endpreises mit ein. Es ist also deutlich günstiger und geht wesentlich schneller, wenn man sich einer Stockvorlage bedient, diese anpasst und verwendet. Doch es ist meistens nicht der nachhaltigste und smarteste Weg.

Optisch sind die Logos von Kaufland und Knudsen kaum auseinander zu halten

4. Keep it simple

Es ist nicht gerade selten, dass man von einer Design-Idee dermaßen begeistert ist, dass die Inspriation geradzu aus einem heraus plumpst. Doch eine vielzahl an guten Ansätzen machen noch kein gutes Logo Design. Oftmals findet man sich dann in einer Zwickmühle: wie bringe ich all die guten Ideen in dem Logo unter? Am Ende hat man ein Logo, dass wenig stringent und unnötig kompliziert ist. Es mag schön aussehen, doch den eigentlichen zweck verfehlt es.

Es ist essenziell, sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen worum es eigentlich geht – was soll das Logo aussagen? Es sollte die Marke möglichst treffend darstellen und einen einmaligen Wiedererkennungswert haben. Bei einem Design, dass zehn verschiedene Ideen in sich vereint, ist das sehr selten der Fall. Du solltest dich stattdessen auf die vielversprechendste Idee festlegen und diese ausbauen. Eine gute Idee, klar und verständlich umgesetzt, ist zielführender als tausend gute Ideen, die zwanghaft zu einer vereint werden.

5. Überlass das Design den Profis und konzentriere dich auf deine Stärken

Es gibt einiges beim Design zu beachten: sei es die Wahl der richtigen Typo (Schrift) oder der passenden Farben – nur, weil du einige No-Gos kennst, heißt es nicht auch, dass du eigenständig ein komplettes Design samt CI-Vorgaben und Geschäftsausstattung gestalten kannst und solltest. Es ist hilfreich etwas Wissen über die Materie zu haben, schließlich kannst du so einerseits ein schlechtes von einem guten Logo unterscheiden und andererseits zielführende Kritik äußern. Konzentriere dich lieber auf deine Kernkompetenzen und lass dir von jemandem helfen der weiß was er tut.

Logodesign: klangHEIMLICH

klangHEIMLICH Logo
klangHEIMLICH Logo

Projektdauer: 6 Monate

Projektzeitraum: Januar – Juni 2018

 

Anfang 2018 nahm das Team von klangHEIMLICH den ersten Kontakt mit mir auf und bekundeten ihr Interesse an einer Zusammenarbeit im Bereich Social Media. Genauer: Bring unsere Facebook Seite auf den richtigen Kurs! klangHEIMLICH ist Veranstalter für Parties und zugleich Musiklabel aus Köln.

Nachdem einigen Telefonaten und einem Meeting war klar, dass dem gemeinsamen Projekt nun nichts mehr im Weg steht. Die Facebook Seite war zu diesem Zeitpunkt bereits angelegt und erste (<50) Follower generiert. Das große Zeil des Projekts war der Aufbau einer aktiven und lebhaften Community, um so die Gäste via Social Media auf etwaige Veranstaltungen aufmerksam zu machen. Parallel dazu sollte das Label als Brand mit einem gesunden Image in der Kölner Partyszene etabliert werden.

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Social Media Aktivitäten auf einen Kanal (Facebook) begrenzt. Das sollte sich jedoch bald ändern. Als unfehlbares Mittel zum Zweck ist hier Instagram zu nennen. Jedes Teammitglied kannte Instagram und hatte in 9 von 10 Fällen sogar selbst einen privaten Account. Auf die Frage, warum dies nicht schon längst für das Label gemacht wurde, kam unverständliches Gemurmel und fragende Blicke. Im Endeffekt fehlte es an einem Verantwortlichen. Nun gut, dann wird kurzerhand jemand in den Posten berufen.

Im ersten Schritt der Strategie sollte der Status Quo analysiert werden. Wie sehen die Follwerzahlen zu beginn des Projekts aus? Welcher Content wird wann und wie gepostet? Gibt es Regelmäßigkeit? Wie ist die Qualität des Contents? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung (personell und finanziell)? Diese und viele weitere Fragen gilt es zu klären und nieder zu schreiben. Anhand der erlangten Informationen werden Schwerpunkte für zukünftige Arbeit gesetzt.

Jetzt, da der Ist-Zustand klar definiert ist, gilt es sich mit der Community, den Followern und Fans zu beschäftigen: Die Zielgruppenanalyse! Ich nutze dazu ein sog. POSM-Konzept, welches auf Grundlage des POST-Frameworks von Charlene Li und Josh Bernhoff entwickelt wurde. POSM steht für: People, Objectives, Strategy und Management. Fragen die sich hier gestellt werden könnten folgende sein: Welche Themen interessieren die Follower? Wie tickt die Zielgruppe (Werte & Normen)? Welche Erfahrungen kann man voraussetzen? Wen stellt man sich vor, wenn man schreibt (Alter, Geschlecht, Interessen…)? Welchen Lifestyle leben sie? Im Rahmen der Zielgruppenanalyse wird ein „Durchschnittsfollower“ definiert. Dieser Follower vereint die durchschnittlichen Merkmale der Zielgruppe und wurde in diesem Fall Fritz getauft.

Der folgende Schritt ist die Erstellung der Strategie unter Berücksichtung der SMART-Kriterien. Die Ziele die hier verfolgt wurden, wurden bereits weiter oben genannt. Die Strategie wurde für ein Jahr ausgelegt und beinhaltete zudem noch eine klare Content Strategie und einen Action / Redaktionsplan. In der Content Strategie werden eindeutige Richtlinien und Handlungsanweisungen im Bezug auf die Quali- und Quantität des Contents definiert. Wie viel Text sollte verwendet werden? Wie regelmäßig -und vor allem wann- gepostet werden? Obendrein gibt’s noch eine Reihe von Content-Ideen und Vorschläge für Potentielle Themen. Der Redaktionsplan stellt im Endeffekt einen Kalender dar, auf dem alle Social Media Aktivitäten geplant werden. Hier werden Tag und Uhrzeit für ein Posting oder der Verlauf einer Kampagne dokumentiert.

In einem Abschließenden Meeting präsentierte ich dem Team meine ausgearbeitete Strategie. Es war mir dabei wichtig, dass alle Verantwortlichen anwesend waren und eventuelle Fragen unmittelbar geklärt werden konnten. Das Konzept wurde mit großer Begeisterung angenommen und konnte von allen nachvollzogen werden. Da die meisten Fragen eher in der Praxis kommen, ist es mir wichtig den „kurzen Dienstweg“ mit meinen Kunden zu gehen. Eine Frage kann auch gerne per WhatsApp, Anruf oder PM auf Instagram oder Facebook gestellt werden. Da mein Smartphone mein ständiger Begleiter ist, braucht niemand lange auf eine Antwort warten.

Ich bin gespannt wie sich das Team in der Zukunft entwickeln und an ihren Herausforderungen wachsen wird und freue mich über eine weitere Zusammenarbeit. Bis dahin wünsche ich ihnen alles Gute und viel Erfolg!

Der Unterschied zwischen Kunst und Design

Der Künstler macht, was er will, der Designer will, was er macht.

Kurt Weidemann, Typograph, Gestalter

Wer in diesem Artikel auf der Suche nach einer finalen Antwort auf die Fragen „Kann Design Kunst sein? Ist Kunst gleich Design?“ aus ist, den werde ich leider enttäuschen müssen, denn so einfach ist das nicht. Ich werde einige der gängigen Argumente, jene die in diesem Zusammenhang in großer Zahl genannt werden, aufgreifen und beleuchten. In der Literatur findet sich zur Frage der Unterscheidungskriterien keine finale Antwort – aufgrund voranschreitender Gestaltungsmöglichkeiten und -verfahren hat die Thematik über die letzten Jahrzehnte stark an Komplexität gewonnen. Natürlich hat ein Großteil mit der rasant wachsenden Digital- und Technisierung zu tun, doch auch das Verständnis und Bewusstsein von Ästhetik und Tabu-Themen hat sich gewandelt.

Kunst muss nicht immer verstanden werden, will sie auch nicht.

„Design ist kommerzielle Kunst.“

Grundsätzlich kann ich dieser Aussage nur widersprechen, denn nicht jedes Design ist kommerziell, noch folgt jedes Design der Maxime der Funktionalität. Beispielsweise Designermode ist meist nicht sehr funktional, sie hält weder warm, noch sind sonstige Funktionen sonderlich außergewöhnlich. Außerdem gilt es, einen wichtigen Aspekt nicht außer Acht zu lassen: mit Kunst werden jährlich weltweit enorme Summen umgesetzt. Das gibt der Kunst also auch einen gewissen kapitalistischen Charakter. Im Gegensatz dazu stehen Designobjekte, die ohne einen direkten Auftraggeber geschaffen werden und keinen Gewinn erzielen. Letztendlich sind sowohl Design-, als auch Kunstobjekte Dinge denen ein Gegenwert zugesprochen werden kann. Damit sind beide gleich Kommerziell oder gleich wenig Kommerziell. Allerdings ist die Absicht bei Designobjekten in der Regel meist kommerzieller Natur, erst recht wenn diese in Serie produziert werden. Die oben genannte Aussage stützt sich stark auf den Aspekt der Kommerzialität, also auf die Absicht einer Gewinnerzielung. Es ist allerdings ein Trugschluss, zu glauben, dass Künstler keine monetären Interessen hegen würden. Auch Künstler müssen sich und ihren Lebensunterhalt finanzieren und um dies zu schaffen brauchen sie Geld – ob es ihnen gefällt oder nicht. Wieso werden denn sonst Musiker, Porträtisten, Pantomimen und dergleichen als Straßenkünstler betitelt? Wenn man die ursprüngliche Aussage mal in eine Frage umformuliert, kommt man der Antwort schon ein Stück näher: Sobald ein Künstler einen Wert für sein geschaffenes Objekt definiert, ist es ein Designobjekt? Wohl kaum. Der Unterschied liegt vermutlich vielmehr in der Quantität des Objekts, denn häufiger werden Designobjekte mit der klaren Absicht einer Serienproduktion und damit einhergehenden Vermarktung produziert – daraus resultiert die Gewinnabsicht, die zu einem nicht unbedeutenden Teil von Beginn an (mit) im Vordergrund steht. Damit kommen wir schon zur nächsten These.

Andy Warhol Collage

„Designobjekte sind Serienprodukte, Kunstwerke sind Unikate.“

Das mag in vielerlei Fällen zutreffen, doch auch hier bestätigt die Ausnahme die Regel. Wie sonst wären Werke von Künstlern wie Andy Warhol zu begründen? Andererseits gibt es im Design, solche Objekte, die Unikatcharakter aufweisen und nicht mit der Absicht einer Vervielfältigung geschaffen wurden. Ein in dem Zusammenhang oft genanntes Beispiel ist das Guerilla-Marketing. Damit werden Marketingaktionen bezeichnet, bei denen eine Message auf sehr unkonventionelle Weise eine große Wirkung erzeugen, sei es Empörung, Verwunderung oder eine humoristische Wirkung. Eine wesentliche Rolle spielen hierbei die gestalterischen Elemente, die keineswegs zur Serienproduktion ausgelegt sind – und dennoch spricht man nicht von Kunst.

Der Göffel: Ein Paradebeispiel für Functional Design

Design ist funktional, Kunst nicht“

Dieser These spreche ich persönlich sehr viel Wahrheit zu, da es meiner Meinung nach die oberste Richtlinie eines vollkommenen Designs ist: Funktionalität. Als Beispiel ziehe ich in dem Zusammenhang gerne die Natur heran. In der Natur gibt es nichts ohne expliziten Grund, jedes Objekt hat seine Daseinsberechtigung. Auch wenn es für uns noch so schön erscheint, liegt der Grund der Existenz dieses Objekts viel tiefer – nämlich in deren Funktionalität. Es existiert praktisch nichts, einfach nur, weil es schön anzusehen ist. Eben danach sollte sich gutes Design richten, um möglichst natürlich und gleichzeitig ästhetisch zu erscheinen. Funktionalität über allem. Nicht ohne Grund ist einer der berühmtesten Zitate Kurt Weidemann’s „Ein Logo ist dann gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann.“